Relentless Skateboard Clash Berlin - ReviewDer Clash hat einen neuen Sponsor und Jürgen Horrwarth hat seinen Energielimonadensponsor gewechselt. Von Red Bull zu Relentless, was mit sich bringt, dass in der Vertramp sämtliche Beläge ausgewechselt werden mussten. Wobei Vertskating nicht auf dem Tagesprogramm des Relentless Clashs stand, vielmehr wurde die Streetfläche an diesem Wochenende auseinander genommen. Schützi ist eigens früher angereist und hat, so hat er mir es eingetrichtert, 7 neue Obstacles in die Halle integriert. Von der Steinledge bis zu zahlreichen Quarters, die er noch detailverliebt vor bereits bestehende Rampen eingegliedert hat. Frisches Setup sozusagen, das im Skateboarding 2010 einiges herhalten muss, das Skatelevel war out of control und der blanke Wahnsinn. Skateboarder meines Alters kommen sich vor wie ein Avatar in einem Skateboard Videospiel, in dem Tricks möglich sind, die eigentlich nicht möglich sind. Das Trickgewitter beim Clash war ungeheuerlich. Youness Amrani mein persönlicher Ruler des Wochenendes, wobei, halt... Gab noch mehr. Es war soviel krasses Skateboarding geboten. Schwer alles in Erinnerung zu behalten, nachdem die Tricknamen seit den Achtzigern ungefähr dreimal so lange sind. Yannick Schall schaffte es gefühlte 52 Tricks in seinen Quali-Run zu packen und stand damit weit oben auf der Liste. Mizze Mizurov sprang mit seinem Board jeden Buckel runter und war anspruchsvoll und konsistent wie eh und je. Dennis Klüssendorf ebenfalls technisch voll dabei. Lem rippte stark und machte Druck, doch irgendwie brachte der Sonntag für viele nichts Gutes. Es wurden die dicken Dinger probiert, aber eben auch gebailt und geslamt. So hart, dass sich etliche hochkarätige Namen ins Aus schossen. Yannick, Lem, Dennis, usw. Der Krankenwagen hätte sich an diesem Wochenende auch eine Schnellspur zur Berliner Skatehalle einrichten können – allen Verletzten alles Gute und schnelle Genesung an dieser Stelle!
Die hohe Verletzungsrate lag wohl an dem enormen Tricklevel der Startliste, die lang, international und hochkarätig besetzt war. Wer in der Halle war, bekam Skateboarding auf Höchstniveau zu sehen. Switch Heelflips, Switch Treflips, Switch Bigspin Heelers und all das Zeug wurde das Doubleset hinunter gefeuert. Und schnell stellte sich heraus, es kann nur der gewinnen, der keinen, oder wenn dann nur einmal in seinem Run im Finale bailt. Das war die Krux des Ganzen. Alles oder Nichts und so hatte man den ein oder anderen schon ganz vorne vermutet, aber wenn’s im Finale nicht so läuft, wie´s laufen sollte, dann war es das eben. Jeder ging extrem steil, Michi von Fintel sogar sehr steil bergauf und dropte vom Geländer der Bowlextension der Vertramp in die Bank vor den Augen der Judges. Dicker Move für Bandscheiben und Publikum. Lukas Danek war noch ein Quentchen weiter vorne und gelangte mit seinem geschmeidigen Moves auf Rang 3, während sich Alex Mizurov nicht mehr von seinem 2. Platz abbringen hat lassen. Und der geliebte 1. Platz ging an Thomas Weber aus Plauen, der nicht nur den ersten COS Cup gewonnen hat, sondern bereits beim letztjährigen Clash der Ruler des Wochenendes war, aber 2009 im Finale alles verbailte hatte. Will heißen good things comes to good people und Thomas ist ein guter, ein richtig guter Skateboarder. Technisches Skateboarding mit Switch Heel, Bigspin Flip, Switch Treflips übers Doubleset, Bigspin Boardslide am Handrail, FS Bluntslide an der Ledge und so weiter... Thomas hat verdient gewonnen und ist für seinen letztjährigen Finallauf entschädigt worden. Gratulation an die Leute am Siegertreppchen.
Samstag Abend vor der Videopremiere und Casiopeia Party stand noch der Death or Glory Bowljam an, der, so wissen es Jürgen Horrwart und Julien Dykmans, auch ungewöhnliche Treffpunkte aufkommen lässt. Und so waren es Björn Klotz und Tom Penny, die beide gleichzeitig ihre Runden im Bowl drehen wollten und sich unverhofft in der Mitte des Flats getroffen haben. Aua, da hat das Hinschauen schon wehgetan. Penny hatte dann auch die Lust am Bowlfahren verloren und die Streetsession am nächsten Tag abgesagt. Schade. Bowlfahren ist und bleibt eine harte Männerdisziplin. Super speedy war dann auch das Finale. Alle Beteiligten waren mega gepusht und das Adrenalin rauschte durch die Adern von Fahrern und Publikum. Mister Beer Gordon hat sie sogar zum Platzen gebracht, was das Foto in der Highlightbox beweist. War ne schöne Oberschenkelklatsche, Oli!
Dritter wurde der tschechische Vertfahrer von dem es in der kommenden Playboard Ausgabe auch ein Foto geben wird. Hohe FS Airs über die Hip + Boardkontrolle brachten ihm gut Punkte ein. Kilian Heuberger zeigte im Bowlfinale, dass er ein echter Allroundskater ist und auch ohne Probleme eine Bowl auseinandernehmen kann. Flip to Fakie in die Extension. Dogpiss über die Hip, Grinds, Slides und vieles mehr. Platz 2 geht nach München. Platz 1 hat ein Amerikaner namens Packy Fancher belegt. Verdient? Ja. Das erste Mal in Europa, erst 3 Tage auf dem Kontinent, dabei voll abgehen und den Berliner Bowl rippen. Der Junge war on fire. Millerflip an der Vertwall und noch so Spielereien brachen ihn bei der Siegerehrung völlig aus dem Häuschen. Schaut euch das Video davon an und ihr versteht was ich meine. Clash 2010 – schönes Ding!
Weitere Infos + Videoclips: www.skatehalle-berlin.de © Fotos: Adam Sello (anzeigeberlin), JBcam (Playboard) & Patrick Skrypczak < zurück
Von Jochen Bauer
|