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Sponsor Me, Please! - Leitfaden

Sponsor Me, Please! - Leitfaden

Wenn man die Anzahl der Sponsor-Me Tapes auf YouTube und die daraus resultierende Anfrageflut bei den hiesigen Skate- und Snowboardherstellern vor Augen hat, könnte man fast meinen, die Marketing- und Teammanager hätten den ganzen lieben langen Tag nichts Besseres zu tun, als mit einer Tüte Popcorn und einem Becher Coke auf der Bürocouch zu sitzen und mit Hilfe einer Großleinwand auf Talentsuche zu gehen. Doch wenn vor lauter Sponsoranfragen Briefkästen überquellen und E-Mail Postfächer explodieren, dann ist es an der Zeit klar Schiff zu machen und die Spreu vom Weizen zu trennen. Damit eure Sponsor-Me Tapes aus der täglichen Flut von Einsendungen herausstechen, verraten wir euch nun ein paar Geheimnisse, über die sonst selten gesprochen wird. Und wer wäre da passender, als Arne Strate, seines Zeichens Marketing und Team Manager von Volcom Deutschland und Österreich?!

Wie viele Sponsor-Me Anfragen bekommst du im Monat?
Im Schnitt eine Hand voll pro Woche, ich schätze so 15-20 im Monat.

Wie viele davon siehst du dir wirklich an?
Alle! Schließlich kann hinter jeder DVD die Bombe lauern, der eine Typ eben, den man bis dahin übersehen hatte. Manche sind aber auch haarsträubend!
Und wie oft ist da etwas dabei, mit dem du wirklich etwas anfangen kannst? Ein- bis zweimal im Jahr, allerhöchstens. Hey ihr da draußen: Fotos sind gut, aber wir brauchen Videos, um uns ein richtiges Bild von euch zu machen! Und immer dran denken: Wenn ein Trick nicht sauber gestanden ist, hast du ihn nicht gemacht! Auch wenn das Bild noch so gut aussieht. Dieser »Ehrenkodex« darf nicht bröckeln. Posen verboten!

Welche Kriterien muss ein Fahrer denn genau erfüllen?
Bei potenziellen Neuzugängen achte ich, natürlich neben den fahrerischen Skills,sehr darauf, dass sie ins Team passen und einen gesunden Menschenverstand mitbringen.
Ich will keine Maschinen im Team, die ihren eigenen Namen nicht buchstabieren können. Ich will Maschinen im Team, die ihren Namen buchstabieren können (lacht) und obendrein noch gute Typen sind. Leute die auch nicht losheulen, wenn sie zwei Woche lang in einem Wohnmobil auf engstem Raum miteinander auskommen müssen. Snowboarding besteht für 99% aller Rider nicht aus 5 Sterne Hotels und Jacuzzis, sondern viel eher aus der Couch von einem Kumpel im Gebiet und Boots und Handschuhen die niemals bis zum Morgen trocken werden. Aber wenn dann ein halber Meter Fresh liegt, ist alles egal und vergessen. Beim Skaten ist es, bis auf die Stiefel und Handschuhe, genau das Gleiche. Kurz gesagt: sehr gut fahren, guter Charakter, belastbar, motiviert, Potenzial haben...

Was ist der erste Schritt, den man auf dem Weg zum Sponsoring machen kann?
Die Frage ist eher, ob man das wirklich will: jeden Tag Stangentraining, Bestzeiten, 30 Kickflips in einer Minute... (lacht) ne Spaß. Aber eine Frage sollte man sich sehr kritisch selbst stellen: Bin ich wirklich so gut wie ich denke? Eine gute Hilfe ist hier: Haben mir Bekannte, Freunde oder jemand der fahrtechnisch auf einem besseren Level ist, bereits wiederholt gesagt, was für ein unglaubliches Talent ich bin? Dann kannst du anfangen ein Sponsor-Me Tape zusammenzustellen. Wenn dir das noch nie jemand gesagt hat (Ausnahme: Du wohnst alleine in Grönland und keiner sieht deine Next-Level Tricks), dann lass es einfach, bis du soweit bist. Du selbst bist nie eine gute Wahl, bei der objektiven Antwort auf die Frage, ob dein Fahren ein Sponsoring verdient. Die einen überschätzen sich maßlos, andere sind übertrieben bescheiden... ein bisschen zu viel Motivation in Richtung »gesponsert werden« blendet oft einen Mangel an Skills aus.

Wie kommt man dazu, von Volcom gesponsert zu werden? Was muss der Fahrer können?
Zwei Worte: Leistung und Bestzeit! (lacht) Nein, sorry liebe Skifahrer... Da ich mich nur um die »nationalen Teams«, bei Volcom – kurz FAMILY genannt – kümmere, kann ich dir nicht sagen, wie z.B. Terje Haakonsen oder Bjorn Leines dazu kamen. Für den Family-Bereich läuft es so, dass ich die handvoll Leute auf dem Schirm habe, die passen könnten. Mit denen geh ich dann meist Shredden, um ein besseres (oder manchmal auch schlechteres) Bild zu bekommen. Das Level muss über alle Zweifel erhaben sein, am besten überall: Rails, Park, Backcountry. Das alles zusammen ist Snowboarding. Alle vier 7er oder 9er im Park zu können ist heutzutage kein Ticket mehr, um gesponsert zu werden. Beim Skaten ist es das Gleiche: wer nur im Park eine gute Figur macht, braucht eigentlich nichts zu schicken. Außer er ist noch richtig jung! Da kann man vermuten, dass später auch noch die Straße dran ist. Wenn ein Rider bei frischem Powder die Worte »...in den Park gehen...« in einem ernst gemeinten Satz ausspricht, gibt es außerdem direkt ne Schelle von mir persönlich. Versteht mich bitte nicht falsch, Parks sind super und machen sogar mir mächtig viel Spaß, aber wenn jemand bei Powder ernsthaft in den Park will, zähle ich ihn zu den Leuten, die höchstwahrscheinlich ihren Namen nicht buchstabieren können. Wenn Pow liegt, ist der ganze Berg ein Park und wer da im »Boarder Park« (lacht) bleibt, muss das entweder wegen seiner Mutti tun, ist nicht ganz dicht oder ein Snollerblader!

Welche Verpflichtungen hat man, wenn man es ins Team geschafft hat?
Vor allem fahren, fahren, fahren. Fotos machen, filmen, bei Volcom Events am Start sein und generell einfach in jeder Lage der gute Typ sein, den wir ins Team genommen haben. Sein Fahren weiterentwickeln. Das wäre es eigentlich. Such dir irgendeinen unserer Family Rider aus: Du triffst sie, wie sie mit den Kids zusammen im Park skaten oder wie sie einen C.O.S. Cup gewinnen. Wie sie ein Rail auf dem Gletscher mit allen anderen Kids zusammen fahren oder einen Artikel für ein Mag schießen. Durch die enge Verbindung sind sie immer Volcom und Volcom ist immer mit dabei. Das rechne ich ihnen sehr hoch an.

Was kann ein Volcom Teamfahrer als Support erwarten?
Alles was man braucht, um die Resorts oder Städte Europas (manchmal auch in Übersee) unsicher zu machen: Travel Budget, Foto Incentives, Foto/Film Trips, auch mal ein Freistellungsgesuch an die Schule oder den Betrieb, allerdings kein Bargeld in Form von Gehalt. Das gibt es erst weiter oben in der Team Liste. Was soll das auch? Die Leute auf Family Level sind meist noch so jung, dass sie selbst nicht genau wissen, was sie später mal machen wollen. Supportet sie beim Shredden, aber lasst ihnen Freiraum für ihr eigenes Leben und ihre eigenen Entscheidungen. Wenn das Travel Budget mal alle sein sollte, lassen wir auch mal die 5 gerade sein... Ich möchte ja schließlich, dass die Gang da draußen ist und Volcom repräsentiert. Ich telefoniere viel mit den Jungs und Mädels und bin eigentlich immer auf dem neuesten Stand, was bei ihnen gerade läuft, da ergibt sich alles Weitere.

Wie oft wirst du von vollbusigen Blondinen nach deiner Handy Nummer gefragt?
Skandal! Viel zu selten! Aber wo wir meist abhängen, gibt es eh nur wenige bis Zero vollbusige Blondinen...

Was tut Volcom allgemein für den Nachwuchs?
Im Snowboarding machen wir unsere eigene weltweite Contest-Serie, die »Peanut Butter&Rail Jams«, das Gleiche gibt es auch im Skaten und Surfen. Dort heißen die Serien dann »Wild in the Parks« bzw. »VQS«. Das sind weltweit übrigens die einzigen Contest Serien, die absolut »for free« sind. Es gibt also keine Startgebühr, dafür aber ordentlich Sachpreise von Volcom selbst und befreundeten Companies und dick Cash beim Finale! Dieses Jahr führen wir noch die »Open Division« ein, bei der sogar bei jedem Stopp Geldpreise winken. Natürlich tun wir das, um Volcom gut aussehen zu lassen, ist doch klar, aber im Endeffekt haben eine große Menge Rider viel Spaß bei den Touren und wir bezahlen das Ganze eben. Let the kids ride free. Ansonsten steuern wir eine Menge Sachpreise zu Contests bei, die wir nicht selber veranstalten. Zum Beispiel Shop Contests, regionale Cups oder dergleichen. Außerdem machen wir die »Sausage Feste« für die Locals. Wir kommen vorbei, grillen für alle Anwesenden und fahren zusammen ne Session. Dazu regelmäßige Foto-Film-Trips mit den Family Teams, Wochenenden in einem der Team Häuser, usw...

Danke Arne, irgendwelche letzte Ratschläge?
Sponsoring sollte wenn, dann ein logischer Wegpunkt auf eurer Reise dahin sein, immer besser zu fahren. Aber nicht das Ziel am Snowboarden oder Skaten selbst. Fahrt so viel wie möglich und habt dabei so viel Spaß wie möglich. Saugt das Fahren auf soviel ihr könnt, und holt euch dann noch einmal einen Nachschlag. Dann kommt ihr irgendwann automatisch in einen Bereich, wo ein Sponsoring möglich wird.

Und niemals vergessen: Egal ob am Berg oder in der Stadt: es ist eure Freizeit, genießt sie! Wenn ihr zu verbissen auf ein Sponsoring »hinarbeitet« und keinen Spaß mehr an der Sache habt, schießt ihr euch selbst ins Knie!

Infos
Volcom International & Euro Teamfahrer:
Skate: Chris Pfanner, Dennis Busenitz, Geoff Rowley, Aaron Suski, David Gonzalez,
Willow, Andi Welther, Jürgen Horrwarth und noch ein paar mehr.
Snow: Terje Haakonsen, Kevin Pearce, Markus Keller, Iouri P., Marc Swoboda,
Arthur Longo, Cheryl Maas, Jamie Lynn, Gigi Rüf, Gary Greenshields, Alex Schmalz,
Thomas Feurstein, David Bertschinger, Torgeir Bergrem und noch weitere.

Volcom National-Family:
Skate: Louis Taubert, Vladik Scholz, Sabrina Goeggel, Stefan Brenner, Daniel
Spiegel, Ante Aiello
Snow: Thomas Feurstein, Daniel Rajcsanyi, Maya Gehrmann, Simon Pircher, Nicola
Thost, Heinz Löhle, Mini Karpf.

Foto: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
Mehr Infos: www.volcomeurope.com

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