Anfang Januar brachen Jonas Hagström und Miikka Hast auf, um in der Crème de la Crème des europäischen Pulverschnees ihre Spuren zu hinterlassen. Mit den wunderschönen Erinnerungen aus dem Vorjahr machten sie sich vorerst noch mit dem Flugzeug auf nach Amsterdam, da im "Protest" Büro noch Ausrüstung eingeladen werden musste.
Gut gelaunt überflogen die Jungs die Wetterkarte, bis sie feststellten, dass die Alpen eher einer Wüste glichen: trocken wie ein Furz und keine Spur von Schnee. In diesem Moment gab dann aber Antti Autti die Message durch, einen geeigneten Hang mit feinstem Pulver in Engadin in der Schweiz gefunden zu haben. Voller Vorfreude machten sie sich auf Richtung Schweiz. Im Engadin angekommen wurde klar, dass dies einer der einzigen Hänge in der gesamten Bergkette mit genug Pow war. Die folgenden Tage durchquerten sie knietiefen Pulverschnee, doch die Glückssträhne hielt nicht lange an. Trockene Fönwinde sorgten für wärmere Temperaturen, welche die Suche nach frisch verschneiten Hängen erschwerte.
Es ging also weiter in Richtung Süden, vorerst bis Livigno in Italien, wo Jonas und Miikka auf einem Event mithalfen und eine ganze Woche festsaßen. Die Wetterprognosen spielten in dieser Woche sowieso verrückt. Langsam wurde es etwas kälter und die Jungs entschlossen sich die inzwischen eingetroffene "Splitboard" Ausrüstung auszupacken, um auf mehr Höhenmeter zu kommen. Danach ging es ohne konkretes Ziel zurück in die Schweiz, da einige Schneeflocken angekündigt wurden. Auf dem Rückweg wurde das nächste Ziel dann doch immer klarer. Nächster Zwischenstopp war Meiringen, wo es so bösartig runterkam, dass die zwei Probleme hatten zum Haus ihrer Freunde zu gelangen. Die Runs in den Tagen danach waren mehr als highlightverdächtig. Tiefschnee soweit das Auge reichte! In Fieberbrunn musste Miikka dann schmerzhafte Erfahrungen mit scharfkantigen Felsbrocken unter der Schneedecke machen. Er schlug mit der Hand gegen einen Felsen und schnitt sich einen Finger bis auf den Knochen auf. Next Stop -> Krankenhaus. Nachdem der Finger verarztet wurde ging erst einmal gar nichts mehr.
Die Sonne hatte die letzten Schneereserven von den Kämmen gebrannt. Plan B war angesagt und so verbrachten die beiden eine kleine Ruhepause in Salzburg und Innsbruck zum Air&Style. Während Filmcrews, Fotografen und Crews aus den Alpen flüchteten, bummelten die beiden gemütlich über die in München angelaufene ISPO mit einer Sehnsucht nach Schnee in der Magengegend, die einfach nicht gestillt wurde. Jonas und Miikka inklusive Splitboardausrüstung trafen sich in Innsbruck mit Christoph Weber-Thoresen, der ihnen ein Dach über dem Kopf anbot, bis ein Masterplan ausgearbeitet war. Auf höher gelegene Gebiete ausweichen stand wegen wochenlanger Schneedürre genauso außer Diskussion, wie einfach aufzugeben. Miikka war drauf und dran Flüge nach Japan, Norwegen und Kanada zu buchen, um in den Schnee zu kommen, doch Jonas war geduldig und überzeugte Miikka noch etwas abzuwarten.
Ein paar Tage später hatte das Warten dann endlich ein Ende. Aus Richtung Italien zog eine Wolkenfront ins Land, die eher nach Weltuntergang aussah, als nach fröhlichen Schneeflocken. Am nächsten Tag, beim morgendlichen Wettercheck trauten die Zwei ihren Augen kaum. Einen halber Meter frische weiße Pracht entlud sich während der Nacht über den Alpen. Endlich! Endlich konnte es losgehen!
Nun folgten 10 Tage Tiefschnee mit Splitboard. Um den Trip etwas bunter zu gestalten fuhren die beiden anschließend an die Cote d'Azur, nach Monaco und Cannes um den vermeintlich "Reichen und Schönen" einen Besuch abzustatten. Doch die Berge riefen so laut, dass es zügig wieder zurück in die Alpen ging. Nochmal Pow Pow: Tiefschnee bis zu den Schultern! Die perfekten Umstände nötigten die beiden weitere 10 Tage zu bleiben. Dann hieß es wieder: „Ab nach Amsterdam“, wo schon das Protest Team wartete, um gemeinsam mit Jonas und Miikka nach Kanada zu fliegen. What a lifestyle... Und wohin geht es diese Saison?