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Das perfekte Skate-Wohnzimmer

Das perfekte Skate-Wohnzimmer

Wenn man motivierte Skater mit acht Tonnen Baumaterial in eine ehemals exklusive Villa einziehen, und ihnen bei der Umgestaltung der Wohnflächen freie Hand lässt, kommt man aus dem Staunen kaum heraus. Binnen einer Woche wurde der Wohn-Tempel in ein Skateboard-Paradise verwandelt, kein Wunder, dass Mastermind Philipp Schuster von einem Traumprojekt schwärmte. „Für mich war das ein ultimativer Jackpot.“

Durch die Enge und räumliche Beschaffenheit der alten Jagdvilla, waren die baulichen Herausforderungen nur mit viel Kreativität und Freigeist zu knacken, das Ergebnis wurde dem Credo Do it yourself (DIY) mehr als gerecht. Die Sitzgarnitur musste einer kleinen Quater weichen, am Kamin wurde gegrindet anstatt auf dem Bärenfell davor herum zu lümmeln und an der Wand gab es einen Wallrides statt eines Flatscreens zu begutachten.

Philipp, du hast eine Jagdvilla zum Skate-Playground umbauen dürfen. Wie ist es dazu gekommen?

Das war ein Jackpot. Immobilien Rauscher und Bauträger Domus GmbH haben angefragt, ob ich mit diesem Abrisshaus etwas anfangen kann und mir war sofort klar, wie viel Potenzial in diesen Räumlichkeiten steckt. Ich wollte mir diese einmalige Chance unter keinen Umständen entgehen lassen. Ich hatte nur ein Wochenende um ein Setup zu bauen, das man normalerweise in zwei, drei Wochen zusammenstellt. Ich habe ein paar Freunde nach Salzburg eingeladen, um rund 8 Tonnen Baumaterial zu verarbeiten und unser persönliches Skate-Wohnzimmer daraus zu machen.

8 Tonnen Baumaterial ist eine Menge. Was hast du umgebaut?

Die Villa war komplett leer geräumt. In drei Räumen konnten wir uns verwirklichen. 4 Tonnen Füllmaterial für die Schalungen, 800 Kilo Zement, 1,2 Tonnen Kies und noch 2 Tonnen Sand haben wir bewegt. Links und rechts neben dem Kamin wurde jeweils eine Quarterpipe geshaped. An der breiten Wand wurde die Transition für den großen Wall Ride angepasst. Das meiste Material haben wir bei der Fensternische verwendet. Hier haben wir eine enge Pocket mit etwas steilerem Radius hin zementiert. Sie war durch eine kleinen Hip mit einer kleinen Bank verbunden. Am anderen Ende sorgt ein kleiner Bump und ein steiler Wallride für flüssige Lines. Wichtig ist, dass der Zement genügend Zeit zum Aushärten bekommt. Normalerweise dauert das mehrere Wochen, wir hatten aber nur fünf Tage und genau nach dem fünften Tag starteten wir die ersten Testlines.

Wie war es, Deinen Nobel-Playground zu skaten?

Wie erwartet war die Villa sehr anspruchsvoll zu fahren. Man muss einen solchen einzigartigen DIY-Spot erst kennenlernen und seine Individuellen Züge verstehen, bevor man sich zurechtfinden und orientieren kann – als ob man einer unbekannten Person gegenübersteht, die man einzuschätzen versucht. Es ist jedes Mal ein unglaubliches Erlebnis, an so einem Spot zu skaten, den man gemeinsam mit Freunden mit den eigenen Händen gebaut hat. Sich dann noch in der Kulisse einer alten Jagdvilla austoben zu können, ist das i-Tüpfelchen.

Wofür steht DIY in der Skateszene?

DIY steht allgemein für „Do it yourself“. Speziell im Skaten geht es bei DIY darum, sich seine Spots nach individuellen Vorstellungen und Möglichkeiten zu verbessern oder gar neu zu bauen. Das Ganze beginnt beim einfachen Ausbessern von Rillen und Löchern an Streetspots und es gipfelt in der kompletten Neukonzeptionierung eines selbst gestalteten Skateparks. Dabei gibt es die verrücktesten Sachen; Spots an verlassenen Industrieflächen, unter irgendwelchen Brücken oder eben Indoor in der Villa in Salzburg.  DIY-Spots verschwinden aber auch oft so schnell wieder, wie sie aufgetaucht sind. Und so ist leider auch unsere Villa nur ein Park auf Zeit.

Wie wichtig ist die Location beim Skaten?

Die Location ist das Um und Auf eines jeden Skate-Spots. Die Gelegenheit in der Villa war ein Traum und das mussten wir nutzen. Im Grunde kann man aber überall Skaten. Man braucht dafür nur ausreichend Phantasie und die nötige Motivation sich der skatetechnischen Herausforderung zu stellen.

Hier geht's zum Clip mit Philipp Schuster.

Mehr Infos: www.redbull.at, www.philippschuster.com

< zurück Von Jonas Raab
 
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