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bleed - organic clothing rockt!

bleed - organic clothing rockt!

Ihre erste Kollektion stellten die Newcomer auf der Ispo 2009 vor und ergatterten dort auf Anhieb eine der begehrten Auszeichnungen als Finalist des Brand New Awards in der Kategorie „Style“. Damit zählte bleed zu den besten fünf aus über 300 Bewerbungen. Frei nach dem Motto „Sustainability is not a crime“ werden alle Kollektionsteile aus natürlichen und naturnahen Materialien gefertigt. Zum Einsatz kommen unter anderem ökologisch angebaute Baumwolle, Viskose aus Bambus und – ganz aktuell – auch Kapokfaser. Doch Nachhaltigkeit sei Dank, werden auch recycelte Materialien wie Polyester aus PET-Flaschen verwendet. Dank einer Zusammenarbeit mit Sympatex sind alle Jacken mit einer PTFE (Teflon)-freien Membran ausgestattet, die umweltfreundlich produziert wird und dem bluesign-Standard (dem grünen Daumen für Klamotten) entspricht.

Der Produktionsbetrieb, bei dem bleed seine Kollektion herstellen lässt, sowie alle dort produzierten Artikel sind nach dem Global OrganicTextile Standard (GOTS), Label Grade 1 (organic), zertifiziert. Eine Auszeichnung für echte und konsequente Naturtextilien, die in jeder Phase des Herstellungsprozesses kontrolliert werden. Außerdem erfüllen die Kollektionsteile von bleed den Sustainable Textile Standard und sind somit garantiert ökologisch, vom Saatgut bis zum T-Shirt.

Neben dem Umweltgedanken setzt sich bleed für faire und soziale Arbeitsbedingungen ein und geht mit gutem Beispiel voran: die gesamte Produktion wird von unabhängigen Instituten kontrolliert und entspricht dem internationalen Standard SA 8000. Und es geht noch weiter: Mit ihrer Initiative „bleed for nature“ setzt sich das bleed-Team aktiv für die Verbesserung des sozialen und ökologischen Status Quo weltweit ein. Unter anderem engagierte sich bleed für das BeToRe (Benefiz Toleranz Respekt) Benefizkonzert und trat als Sponsor auf. Der Gewinn durch die Eintrittsgelder ging an das Kinderhilfsprojekt „hope“, das den Bau von Schulen in Indien unterstützt. Geplant sind außerdem Renaturisierungsmaßnahmen, bei denen die gesamte Crew anpacken will. bleedorganicclothing- ein echtes Vorbildid in Sachen Nachhaltigkeit, sozialerGerechtigkeit, Styleund Funktion. Daumen hoch!

Dass Skateboarding nicht nur auf grauen Ortbeton-Rampen Spaß machen kann, sondern auch im Einklang mit Mutter Natur, zeigt euch die aktuelle bleed Kampagne, die ihr auch in Playboard Jubiliäumsausgabe #60 live und in Farbe bestaunen könnt. Den Making-Of-Clip zur Anzeige seht ihr hier:

Bleed Photo-Shooting Teaser from Skwirral_Media on Vimeo.

Wir haben mit dem Macher von bleed organic clothing, Michael "Spitzi" Spitzbarth, die Hintergründe zu seinem grünen Daumen und Umweltschutzgedanken erfragt:

Servus Spitzi, was dürfen wir uns unter„Organic Clothing“ von Bleed vorstellen?

bleed versucht Klamotten von Grund auf möglichst ökologisch und fair herzustellen und das ohne auf Style verzichten zu müssen. Als weiteres Schmankerl versuchen wir auch noch ein bisschen Funktion in die Klamotten einzubauen, z.B. unsere Kapok Shirts sind wesentlich atmungsaktiver und geruchsneutraler als herkömmliche Baumwoll Shirts. Sowas kann man dann auch mal ein paar Tage länger zum Skaten anziehen ohne zu stinken wie ein Aal.

Woher der grüne Daumen?

Als Designer habe ich mir schon einige Produktionsstätten für Textilien ansehen müssen. Und glaub mir, das will man nicht wirklich live sehen, wie hier Menschen und die Umwelt ausgebeutet werden. Man muss natürlich bei der Wahl der Produktionsstätte gut aufpassen, da viele schwarze Schafe im Moment die „grüne Welle“ ausnutzen, um Profit draus zu schlagen ohne wirklich organic zu sein. Wir bauen da auf eine langjährige, schon fast familiäre Partnerschaft zu unserem Produzenten und natürlich sind auch Zertifikate, wie GOTS (Global organic textile Standard) oder Naturland fair für uns sehr wichtig, um die ökologische und faire Produktion zu sichern.

Wer die Bio-Gurke von umme Ecke mit dem Discount-Modell aus der EU vergleicht, wundert sich nicht selten über 300% Preisaufschlag. Doch ihr zeigt mit euren Klamotten, dass Umweltschutz nicht zwingend teuer sein muss, als der Stoff von der Stange! Wie schafft ihr das?

Das ist eigentlich ganz einfach: wir sind nicht zwingend darauf aus, dass unsere Marge die höchstmögliche ist, sondern dass wir etwas bewegen wollen und möglichst viele Menschen damit erreichen wollen und das geht nur wenn die Bio-Sachen nicht hoffnungslos überteuert sind. Natürlich ist schon allein der Anbau von Bio-Baumwolle und die Ernte wesentlich teuerer, aber man findet immer wieder Wege einzusparen und so die Klamotten dem Händler und auch dem Endverbraucher zu einem vernünftigen Preis anzubieten.
Das größte Problem im Moment ist allerdings das sogenannte „Greenwashing“. D.h. grüne Produkte werden nur für Marketing Zwecke missbraucht und auch dementsprechend teuer verkauft. Meistens handelt es sich hierbei auch nur um einzelne Produkte einer Kollektion. Es ist also nicht deren Grundphilosophie, ökologisch und fair hergestellte Produkte zu verkaufen so wie es bei uns der Fall ist.

„Sustainability is not a crime“ ist ein ziemlich cooler Slogan, der eine gewisse Affinität zum Skateboarding vermuten lässt. Warum sollte Deiner Meinung nach die Verantwortung mit Mutter Natur auch im Boardsport Einzug halten?

Erstens sind wir als Boardsportler definitiv auf eine intakte Natur angewiesen, die Surfer und Snowboarder am allermeisten, aber auch die Skateboarder, auch wenn sie sich meist in einer urbanen Umwelt bewegen. Übrigens kann man auch die Natur wunderbar als Obstacle hernehmen (natürlich mit einer gewissen Vorsicht), das kann man perfekt bei unserer Anzeige im neuen Heft sehen. Der one foot ollie on the rocks wurde auf einem Felsen in einem Mittelgebirge geschossen.
Außerdem muss man definitiv sehen, dass gerade die Boardsportler die sind, die mit den Trends meist früher dran sind als andere und teilweise auch Trends setzen. Das heißt wenn die gute Sache zum Trend wird, haben wir alle was davon, auch unsere zukünftigen Generationen.

Bleed war ja 2009 unter den Finalisten beim ISPO Brand New Award in der Kategorie „Style“. Wie nimmt die Szene, aber auch Außenstehende, euren Umweltgedanken auf?

Für viele wird das Thema Umweltbewusstsein immer wichtiger.
Immer mehr möchten ihren Beitrag dazu leisten und sehen, was alles getan werden kann und dass es immer mehr Möglichkeiten für einen nachhaltigen Lifestyle gibt. Seit dem Award ist deutlich zu erkennen, dass für immer mehr Leute immer wichtiger wird auf die Umwelt zu achten und das ganze nicht nur als Trend zu sehen sondern als Standard.
Klar, der ein oder andere ist noch skeptisch, vor allem da bei BIO immer auch ein hoher Preis vermutet wird. Wer dann aber sieht, dass das ganze nicht wirklich teurer ist, als „normal“ produzierte Klamotten, der findet die ganze Story hinter unserem Label gut.
Weit verbreiteter Irrglaube ist es in der Boardsport-Szene auch, dass man bei Bio-Klamotten keine Funktion für den aktiven Einsatz „einbauen“ kann. Aber auch das funktioniert, dank abgefahrener Materialien, wie Tencel, Kapok oder recyceltem Polyester aus PET-Flaschen.

Als Unternehmer hat man es im Zeitalter der Umwelt- und Gesundheitsökonomie in einer globalisierten Weltwirtschaft immer mehr auch mit ökonomischer Nachhaltigkeit zu tun. Was und wie wir produzieren landet ja nicht selten auf den Mülkippen der Entwicklungsländer Afrikas, Lateinamerikas oder Asiens. Ist das bereits ein Thema bei Bleed?

Natürlich ist das ein großes Thema für uns. Ganz am Anfang der Nachhaltigkeit steht, ein möglichst lange haltbares Produkt zu bauen, so dass der Verbraucher möglichst lange daran Freude hat.
Der ideale Weg ist auf jeden Fall der sog. „reuse“, d.h. man schenkt die Klamotte weiter oder gibt sie in einen Second Hand Shop. Dann gibt es die Möglichkeit kompostierbare Sachen herzustellen, hier kann man sich dann auch selbst um die Entsorgung kümmern. Die dritte Möglichkeit ist, die Klamotten zu recyceln, das funktioniert bei Baumwolle mittlerweile ganz gut oder auch mit recycling Polyester, das wieder eingeschmolzen wird. Das ist meist natürlich mit der ganzen Rückführung mit einer hohen CO2 Belastung gekoppelt. Hier arbeiten wir im Moment daran unsere Funktionsjacken, die mit einer biologisch abbaubaren Sympatex Membran ausgestattet sind, soweit nur aus wiederverwertbaren Materialien herzustellen, damit am Schluss der Verbraucher das Ding selbst in den Plastik-Mülleimer schmeissen kann, um daraus später wieder irgendwas zu machen.

Also heißt es irgendwann ab auf den Kompost mit den ausgedienten Bleed Klamotten, oder doch lieber in die Altkleidersammlung?

Der beste Weg wäre, erst in die Altkleidersammlung und dann in den Kompost, dann hat man das Produkt optimal genutzt.
Natürlich kann man unsere Shirts teilweise schon ohne Bedenken auf den Kompost werfen, aber eigentlich gehen wir davon aus, dass man sie so gut findet, dass man sie eh nicht mehr ausziehen wird!

Danke, Spitzi!

Weitere Infos: www.bleed-clothing.com

< zurück Von Tobi Rödl
 
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